Camping im Oberwallis (Teil 3 von 4)

Anfangs August begab ich mich ins Oberwallis. Dabei habe ich einige Campingplätze besucht und diverse Ausflüge in die nähere Umgebung von diesen unternommen. Gerne berichte ich euch nun in den folgenden Artikeln darüber.

Und hier geht es weiter in unseren Bericht über Camping im Oberwallis (hier geht es zurück zum Teil 2).

Thermalbad und Camping Brigerbad

Im Restaurant des Thermalbads traf ich mich mit Jens Blatter. Der Campingplatz wurde bereits im Jahr 1956 gegründet und wird durch die Hans Kalbermatten Thermalbad AG betrieben. Aktuell feiert der Platz also sein 70-jähriges Jubiläum. Ich selber war vor etwas über 40 Jahren im Rahmen einer Geographie-Studienreise in der Mittelschule da gewesen. Damals gab es auch schon das Flussbecken im Aussenbereich mit den «Stromschnellen». Seit jener Zeit hat sich aber erkennbar einiges getan in Richtung Ausbau.


Als Geschäftsführer des Thermalbad und Camping Resorts Brigerbad ist Jens Blatter seit September 2023 im Einsatz. Vorher war er 15 Jahre als Leiter der Notfallstation des Spitals Visp tätig. In der Hauptsaison haben sie 150 Mitarbeitende. In der Nebensaison sind es auch noch 90-100 Mitarbeitende. Davon arbeiten ein Fünftel für den Campingplatz in den Bereichen Rezeption, Reinigung, Gärtnerei und Animation.

Vor drei Jahren musste der Campingplatz-Boden aufgrund einer Quecksilberbelastung saniert werden. Dabei wurden rund 70cm Erde abgetragen und ersetzt. Ferner wurden die Frisch- und Abwasserzu- respektive -abgänge auch gleich neu gemacht und Bäume gepflanzt. Die Anzahl Touristenplätze wurden ebenfalls erweitert.

Alle 30 Minuten geht der (Ski-)Bus nach Visp und Brig und ohne Umsteigen direkt nach Saas Fee.

Im Winter gehst du je nach Schneesituation eher gegen Norden zur Rieder- oder Bettmeralp oder dann in den Süden nach Zermatt oder Saas Fee Ski fahren. Am Abend vor dem Nachtessen bietet sich dann nach einem Tag auf den Skiern das Thermalbad mit seinen diversen Wellnessangeboten an. Was will das Sportherz noch mehr?!

Der Campingpatz hat rund 95% Touristenplätze und nur noch 10 Dauermieter. Über Weihnachten und Neujahr 2025/2026 hatten sie rund 600 Gäste mit 180 Wohnmobilen, die dort Silvester gefeiert hatten. Wow! Das Bad war dann auch bis 23 Uhr offen. Im Schnitt kommen rund 70% der Gäste aus der Schweiz und 30% aus Holland, Deutschland und England auf den Platz. Insgesamt hat der Campingplatz 280 Stellplätze.


Brigerbad setzt auch auf Kooperationen, beispielsweise mit der Bettmeralp oder dem Skibus. Mit der Oberwallis Gästekarte erhalten die Campinggäste in der Region viele Vergünstigungen. Ein Supermarkt in Eyholz oder das Simplon Shopping Center sind in rund 5 Minuten mit dem Fahrzeug erreichbar.

Brigerbad steht für Wellness- und Familiencamping. Im letzteren Bereich haben sie zwei Streichelzoos, ein Velodrome (Fahrrad-Piste respektive -Parcours) und einen grossen Kinderspielplatz aufgesetzt. Ferner bieten sie in Sachen Glamping diverse Mietobjekte an, wie Western Roulottes (Zirkuswagen) oder klimatisierte oder (eher im Winter) beheizbare Jurten (für bis zu 8 Personen), die du mieten kannst. Dazu haben sie noch zwei Studios direkt im Hauptgebäude als weitere Mietobjekte, ausgestattet mit einem Doppelbett, einer kleinen Küche und Dusche/Toilette.


Für die Zukunft, voraussichtlich im 2027, ist die Renovation des Sanitärgebäudes geplant, sowie eventuell noch ein zusätzliches Sanitärgebäude. Das Thermalbad soll auch mit zusätzlichen Dampfbädern und Saunen sowie Rutschbahnen für Kinder ausgebaut werden.

Sanitärgebäude im Camping BRigerbad
Das Sanitärgebäude


Bei extremen Wintern wie den letzten beiden, an denen die Temperatur auf Minus 15 Grad sank, gab es doch die eine und andere Herausforderung mit den Wasserleitungen. Obwohl diese eigentlich wintertauglich ausgelegt sind, frieren sie bei derart Extremtemperaturen doch ein. Dem wollen sie nun Abhilfe schaffen.

Das Thermalbad und Camping Resorts Brigerbad hat die gleiche Postleitzahl wie Brig, und zwar 3900. Nebst Campingplatz und Thermalbad haben sich durch die Jahre hindurch etliche private und Ferienhäuser hinzugesellt. Dies v.a. auch induziert durch die Firma Lonza, die mittlerweile schon bis zu 5´000 Mitarbeitende beschäftigt.

Berg- und Naturcamping Grächbiel in Grächen

Sarah Zihlmann hat im 2024 beschlossen, den Camping Grächbiel zu erwerben und zu betreiben. Sie hegte schon langen den Wunsch, aufgrund ihrer Leidenschaft und Werdegangs etwas in der Beherbergung und Gastronomie zu unternehmen. Im 2025 betrieb sie den Camping Grächbiel mehrheitlich in Eigenregie. Reto, ihr Ehemann, unterstützte sie dann während seiner Ferienzeit. Sie betreiben und bezeichnen den Platz als Familienbetrieb, was den Gästen auch so gezeigt wird. Sie wollen Persönlichkeit und Herzlichkeit vermitteln, sowie authentisch und bodenständig wirken.


Der Camping Grächbiel besteht schon seit rund 40 Jahren. Er war immer wieder geschlossen und hatte mehrere Besitzerwechsel. Sarah und Reto haben ihn dann im 2025 gekauft und übernommen. Seit 1. April 2026 sind beide soweit voll für den Campingplatz im Einsatz. Der Platz ist generell von Mai bis Oktober geöffnet. Je nach Wetter können sie die Öffnungszeiten auch noch etwas verschieben. Sarah und Reto sind schon ab April zwecks Vorbereitungsarbeiten auf dem Platz.

Waschmaschinen und Tumbler
Waschmaschinen und Tumbler im Sanitärgebäude

Selbst haben sie schon 15 Jahren lang intensiv gecampt: Zuerst mit Zelt, dann mit Wohnwagen. Sarah hat eine kaufmännische Ausbildung und rutschte dann ins Marketing hinein, wo sie viele Events organisierte. Sie war eine Zeit lang auch beim Camping in Flaach am Rhein tätig. Sarah erwarb ebenfalls das schweizweite Wirtepatent, um später in der Beherbergung tätig werden zu können. Im Gespräch mit Sarah und Reto spürte ich, dass sie mit Leib und Seele als Platzbetreibende im Einsatz sind. Sie sind stets darauf bedacht, ihren Gästen eine gute Zeit auf dem Platz zu ermöglichen. Dies zeigte sich auch während dem persönlichen Rundgang auf dem Platz: alles präsentierte sich ordentlich und sauber.

Der Platz ist ein reiner Touristenplatz mit 30 Stellplätzen sowie Platz für weitere 10 Zelte. Strom wird nicht separat abgerechnet, sondern via Energiepauschale. Im Frühling oder nach der Hauptsaison im Sommer kommen gemäss Sarah mehr Senioren aus der Schweiz auf den Platz, welche die Ruhe und Wandermöglichkeiten suchen. Ihr Publikum ist international geprägt. Sie hatten Koreaner oder sogar Chinesen, die mit ihrem Fahrzeug unterwegs waren. Das Mattertal, in dem Grächen eingebettet ist, zieht viele internationale Gäste an. Aufgrund der Historie von Grächen hat es auch viele Holländer.


Im Sanitärgebäude befinden sich im ersten Stock fünf Doppelzimmer, eines davon als Etagenbett mit Waschbecken. Für die anderen vier Doppelzimmer mit Waschbecken gibt es separat zugewiesene Duschzimmer und Toiletten, die auch im gleichen Gang untergebracht sind. Zwei der Doppelzimmer haben einen Zugang zur Dachterrasse. Im Untergeschoss befindet sich ein grosser Aufenthaltsraum mit Tischen und Bänken darin, daneben die grosse Küche. Hauptsächlich soll das Gästehaus jeweils ab November bis März wochenweise beispielsweise für Gruppen als Ganzes vermietet werden. Bucht man als Gruppe früh genug, dann liegt vielleicht sogar ein Aufenthalt im Sommer drin. Preislich würde sich die Miete aller Zimmer im Bereich von CHF 2´500 bis CHF 3´000 bewegen. Bei 10 Betten beziehungsweise maximal 10 Personen würde dies ca. CHF 250 bis CHF 300 pro Person und Woche betragen, was meines Erachtens sehr preiswert ist.


Für die Saison 2026 hatten sie vor dem Rezeptionsgebäude den Boden neu gepflastert. Das leicht erhöhte Plateau wurde von allem Unkraut befreit. Durch Verlegen von Verbundsteinen wurde eine nutzbare Fläche geschaffen, auf der ein Pool und eine Aussendusche zu einer Abkühlung einladen. Zudem wurde ein toller Grillplatz hingestellt. Im Sommer bieten sie zweimal in der Woche einen Grillabend an, an dem drei Wurstarten auf dem Rost über der Feuerstelle durch Reto gegrillt werden.

Grillterrasse
Die Grillterrasse


Und hier geht es gleich weiter zum Teil 4 unseres Berichts über Camping im Oberwallis.

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