Schutz vor Wind und Wetter

Ein schönes Outdoor-Erlebnis ist eines der primären Ziele vieler Camper. Doch outdoor ist man natürlich vom Wetter abhängig. Handlungsempfehlungen und Hilfsmittel für den Schutz vor Wind und Wetter beim Camping findest du in diesem Artikel.
Schutz vor Wind und Wetter im Wohnmobil

Wenn es zu sonnig ist

Zwar sehnen sich die meisten Camper nach Sonne, doch bei über 30°C ist es auch mal zu viel des Guten. 

  • Ein Aufenthalt im Schatten hilft dann natürlich. Insbesondere Zelt-Camper sollten beim Errichten des Zelts auf den Standort achten, da sie sonst kaum Möglichkeiten zur Kühlung des Zelt-Innenraums haben.
  • Die Wahl des Reiseziels ist bei heissem Wetter entscheidend. Höhere Lagen in den Bergen oder windige Küstenregionen bieten sich eher an, als bekannte Glutnester.
  • Thermomatten an den Fenstern helfen dabei, ein Aufheizen des Innenraums von Wohnwagen, Camper oder Wohnmobil zu verhindern.
  • Klimaanlagen sind für Wohnwägen und Wohnmobile verfügbar. Du kannst sie aber nur an Landstrom sinnvoll betreiben.
  • Markisen und Sonnensegel spenden Schatten, du darfst sie aber meist nur auf Campingplätzen verwenden.
  • Über Fenster und Dachhauben von Wohnwägen und Wohnmobilen sorgt man für ausreichende Belüftung.
  • Ventilatoren sorgen zusätzlich für etwas Durchzug.
  • Für Sightseeing und Badeaufenthalte sollte man geeignete Kopfbedeckungen und Sonnenschutz-Creme bereithalten. In heissen Regionen empfiehlt es sich, Sightseeing frühmorgens oder abends einzuplanen und die Mittagshitze im Schatten auszusitzen
Sonnenschutz durch Markise
Eine Markise schützt vor Sonne und Regen, ist aber empfindlich gegenüber Wind

Regenschutz für Camper

Ein wenig Regen im Urlaub ist kurzfristig kein Problem. Doch wenn das schlechte Wetter über Tage anhält, kann das schon mal den Camping-Aufenthalt vermiesen, denn bei Regen ist der Platz im Innenraum von Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil plötzlich der einzige Zufluchtsort.

  • Der Platz ist dann beengt, doch wer diesen Platz ein wenig erweitern kann, gewinnt an Lebensqualität. 
  • Vorzelte und Markisen helfen dabei, denn bei moderatem Regen bleibt es darunter trocken.
  • Zelt-Camper wissen bei Regen grosse Zelte zu schätzen – je grösser, desto besser. Tarps vor dem Eingangsbereich helfen, das Wasser draussen zu halten. Dass Zelte für den Einsatz im Regen doppelwandig und wasserdicht sein sollten, gehört zu den Zeltcamping-Basics.
  • Für Kastenwägen gibt es Regenrinnen, die über der Schiebetüre nachgerüstet werden können, denn sonst ist es bei Regen kaum möglich, die Schiebetüre geöffnet zu halten.

Schutz vor Gewittern und Blitzschlag

Besondere Vorsicht ist bei Gewittern geboten, denn beim Camping ist man weniger geschützt, als man vielleicht glaubt.

  • Ein Aufenthalt im Freien ist bei Gewittern jedenfalls nicht ratsam.
  • Weder Vorzelt noch Zelt bieten Schutz vor Blitzschlag.
  • Zelt-Camper sollten wenn möglich in eine feste Behausung oder ihr Fahrzeug flüchten, bis das Gewitter über sie hinweggezogen ist.
  • Für viele überraschend bieten aber auch Wohnmobile und Wohnwägen in reiner GFK-Bauweise keinen Schutz vor Blitzschlag. Wer also ein Camping-Fahrzeug ohne Metall-Verstrebungen, Stahl-Karosserie oder Alu-Aussenhaut hat, sollte sich bei Gewittern gemeinsam mit den Zelt-Campern in Sicherheit bringen.
  • Gewitter gehen oft mit Sturm einher. Doch keinesfalls sollte mit Zeltgestänge oder Markisen-Abspannung während eines Gewitters hantiert werden. Diese Vorkehrungen musst du unbedingt vorab treffen, denn durch Hantieren mit Zeltgestänge während eines Gewitters kam es bereits zu Todesfällen.

Wind und Sturm trotzen

Bei Hitze ist ein wenig Wind oft sehr willkommen. Doch Starkwind kann unangenehm sein, zu Defekten führen und auch gefährlich werden.

  • Vorzelte bieten einen gewissen Schutz vor Wind, aber sie geraten auch irgendwann an ihre Leistungsgrenzen. 
  • Da Gewitter oft auch mit starkem Wind einhergehen, ist eine frühzeitige Vorbereitung wichtig. Zelte, Vorzelte und Markisen solltest du ausreichend abspannen und mit Heringen im Boden verankern. Ist Sturm angesagt, solltest du sie sogar abbauen
  • Wer bei starkem Wind dennoch im Freien sitzen möchte, setzt sich einfach auf die dem Wind abgewandte Seite des Campingfahrzeugs. 
  • Bei Sturm sollten Wohnmobile und Wohnwägen in Windrichtung geparkt werden, damit der Wind weniger Angriffsfläche vorfindet. Ist der Wind sehr kalt, so empfiehlt sich beim Wohnmobil, das Heck in den Wind zeigen zu lassen, denn durch die Front wird kalter Wind über die Lüftung in den Innenraum gedrückt. 
  • Auch die Seite mit dem Kühlgerippe des Kühlschranks sollte nicht in den Wind zeigen, denn in Verbindung mit Regen kann dieser so ins Campingfahrzeug gedrückt werden.
  • Bei Sturm sollten Dachhauben nicht geöffnet werden, da diese durch Starkwind beschädigt werden können.

Schutz vor Kälte beim Camping

Wer in der Übergangszeit reist, muss nicht nur nachts mit kühlen Temperaturen rechnen. Wintercamper entkommen diesen tiefen Temperaturen ohnehin nicht. Mit unseren Tipps lässt sich der Kälte besser trotzen.

  • Thermomatten helfen bei Kälte beim Dämmen des Campingfahrzeugs.
  • Zelt-Camper müssen bei tiefen Temperaturen verstärkt auf die Spezifikation des Schlafsacks achten – der Gesundheit zuliebe.
  • Wohnwagen und Wohnmobil solltest du bei Temperaturen unter 5°C durchgehend beheizen. Das ist nicht nur effizient, sondern verhindert auch ein Öffnen des Frostwächters. Ausserdem werden so Frostschäden im Wassersystem verhindert.
  • Um nicht plötzlich ohne Brennmaterial dazustehen, sollte ein ausreichender Gas- oder Dieselvorrat vorhanden sein. Bei -20°C ist es unangenehm, von leeren Gasflaschen überrascht zu werden.
  • Wer für längere Zeit aufs Heizen verzichten möchte, sollte unbedingt die Wasserleitungen leeren.
  • Warme Kleidung und Decken helfen, den Heizbedarf zu reduzieren, und sind ausserdem ein wichtiges Backup, sollte die Heizung doch mal ausfallen.
Wohnmobil im Schnee
Camping bei Kälte und Schnee

Camping im Schnee

Zusätzlich zur Kälte gibt es bei Schneefall noch ein paar Probleme mehr:

  • Landet zu viel Schnee auf dem Dach des Wohnmobils oder Wohnwagens, kann dies für Dachhauben und Kamine zum Problem werden,
  • Das Dach solltest du daher regelmässig vom Schnee befreien.
  • Beim Befreien des Dachs helfen Teleskopleiter und Besen.
  • Auf jeden Fall musst du den Schnee auch vor Fahrt-Antritt vom Dach putzen, denn sich lösende Schneebretter im Strassenverkehr sind ein Sicherheitsrisiko.
  • Vorzelte sollten speziell fürs Wintercamping geeignet sein.

Schutz vor Schmutz

Weder im Wohnwagen oder Wohnmobil, noch im Zelt möchte man Schlamm und Schmutz gerne haben. Bei nasskaltem Wetter oder Schneefall trägt man aber automatisch mit den Schuhen und über die Kleidung viel Schmutz und Feuchtigkeit in den Innenraum.

  • Bei Schlechtwetter empfiehlt es sich daher, Schuhe und Jacken bereits im Eingangsbereich auszuziehen.
  • Eine Schmutz-Schleuse kannst du durch eine mit Wasser gefüllte Wanne herstellen, worin du die Füsse vor Betreten der Behausung wäschst. An Sandstränden schützt dies den Camper-Innenraum auch vor kiloweise Sand.
  • Zum Trocknen nasser Kleidung empfiehlt sich die Nasszelle. Beim Wintercamping nutzt man am Besten die Trockenräume auf dem Campingplatz.
Schutz vor Schmutz beim Camping
Schmutz im Wohnwagen oder Wohnmobil? Nicht angenehm.

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