Suisse Caravan Salon 2018 – Highlights, Begegnungen, Eindrücke und Action Pur

Nach dem Motto „nach der Saison ist vor der (nächsten) Saison“ haben wir uns an der diesjährigen 51.Ausgabe des Suisse Caravan Salons über die neusten und kommenden Camping Highlights und Trends informiert. Wir berichten euch über unsere persönlichen Erlebnisse und Begegnungen.

Mit Pressemitteilungen im Vorfeld gesattelt und dem Presseausweis unter dem Arm begaben wir uns am Donnerstag 25.Oktober 2018 an den Suisse Caravan Salon 2018 in Bern auf dem BERNEXPO Messegelände. Wunderbar schönes Herbstwetter stimmte uns ein auf die bevorstehenden Impressionen und Begegnungen mit Ausstellern, Besuchern, unseren eMagazin Autoren und Freunden.

Die besucher- und ausstellerstärkste Campingmesse der Schweiz dauerte vom 25. bis zum 29. Oktober 2018. An die 51. Ausgabe strömten gemäss Communiqué der Messeleitung insgesamt rund 49’000 Campinginteressierte, rund 5’000 Besucher mehr als im 2017. 350 Aussteller resp. 415 Standanmeldungen zeigten ihre Produkt- und Service-Neuheiten auf rund 30´000 m2 dem interessierten Publikum. Auch der Suisse Caravan Salon konnte somit den Aufschwung in der Campingbranche mitnehmen und sich weiter vergrösseren.

Camping in der schönen Schweiz…what else

Unserem Motto „Camping in der Schweiz“ folgend waren wir natürlich neugierig, wie sich die Schweizer Campingplätze und -regionen dieses Jahr präsentieren werden. Nebst den Verbänden wie der VSC (swisscamps), der SCCV, der Camping TCS oder der SCGV waren diverse Campingregionen wie Berneroberland, Wallis, Engadin, Tessin sowie wenige Campingplätze in der Schweizer Zone in der Halle 2.1 vertreten. Der Granaten-Sommer der Saison 2018 hatte bei allen äusserst positive Auswirkungen auf die Besucherzahlen, weshalb alle natürlich in höchster Euphorie schwelgten. Der Knick im 2014 aufgrund des Frankenschocks scheint wohl vergessen zu sein.

Nebst Informationen zu Campingplätzen, die einem die Ausstellenden persönlich vermittelten, wurde der Besucher gleich auch mit regionalen Leckereien verköstigt. Der Präsident vom Walliser Camping Mühleye aus Visp begrüsste uns beispielsweise gleich mit einem feinen Tropfen Walliser Weisswein. Seine Weinflaschen wurden in einem Holz-Brunnen mit Wasserdurchlauf in der Kühle gehalten. So eine interessante Konstruktion habe ich persönlich auch noch nie an einem Messestand gesehen. Fand ich noch recht witzig und einladend.

Leider war die separat eingerichtete Vortrags-Bühne in diesem Hallenbereich am Donnerstag und Freitag Vormittag, als wir diesen Bereich besuchten, nur spärlich besucht. Im allgemeinen Messeverkehr ging der Ton der Vortragenden schon sehr unter, was wir schade fanden. Eigentlich aber eine gute Idee, um den Messebesuchern das Campingland Schweiz und dessen Schön- und Besonderheiten zusätzlich näher zu bringen.

Neu auch Sonderzonen für Camping mit Familie oder Hund

Am Medienrundgang wurden uns speziell die beiden Sonderzonen «Camping mit Familie» und «Camping mit Hund» vorgestellt. Der SCCV zeigte hier mit Unterstützung von Herstellern verschiedene Camping-Varianten, vom Zelt über den Camper bis zum Wohnwagen, wie Familien mit Kindern Ihren Campingurlaub in der Schweiz (oder auch anderswo) verbringen können. Es konnte also gleich mal probegelegen oder probegecampt werden.

Für Messebesucher, die Ihren Vierbeiner nicht alleine zuhause lassen wollten, bot die Messe einen „Hunde-Walk“ Service an. Der Hund kann einfach zum Spazieren- und Gassigehen abgegeben werden.
Edith Schweri, die ihr DogCamper Business erst neulich gestartet hat, nimmt ein Bedürfnis von Hundebesitzern auf und bietet Caravans oder Wohnmobile zum mieten an, in denen der geliebte Vierbeiner auch auf seine Annehmlichkeiten kommt. Die Camping-Objekte werden mit Zusatzelementen wie Sicherungsgitter, Klima in der Heck-Koje, Aussendusche zur Reinigung oder Abkühlung sowie Rampen ausgerüstet. Wird es der Vierbeiner bald bequemer haben als sein Besitzer?

Camping mit Zelt und Hering immer noch en vogue

Hardcore-Camper oder solche, die das Glamping langsam ausgereizt haben und sich wieder zurück zu den Wurzeln des Campens begeben wollen, fanden v.a. im Freigelände und in Halle 4.1 doch einige Zeltprodukte, über die sie sich handfest informieren konnte. So trafen wir auch wieder Gentle Tent an, deren aufblas- und damit schnell installierbare Zeltkonstruktionen wir bereits an der diesjährigen OCA’18 (-> link zum entsprechenden OCA eMag Artikel) kennenlernen und bestaunen durften. Nebst ihrem B-Turtle Velo-Anhänger, Camper-Vorzelt oder Dachzelten haben sie neu auch den Gentle Tent Pickup vorgestelt. Mit seinen 27 kg ist dieses Pickup-Zelt leicht zu zweit montierbar. Zusammengeklappt hat es eine Dimension von 1m x 1m und misst 17cm in der Höhe. Es kann zuhause somit zur Lagerung einfach an die Wand gehängt werden. Preislich bewegt sich diese Pick-up Truck Erweiterung bei rund EUR 3´500. Nebst diesen Ausführungen verriet uns Gernot Rammer, Co-Gründer und Geschäftsführer von Gentle Tent, noch einiges über die Firma. Die Motivation zur Firmengründung kam ihm als Non-Profit Manager. Nach dem Kauf eines E-Bikes kam bei ihm die Idee auf, einen „Wohnwagen“ mitziehen zu können. Dies war dann die Geburtsstunde für den B-Turtle („B“ für Bike), dem Micro-Wohnzelt-Anhänger, über den wir bereits anlässlich unseres OCA’18 Artikels (-> link zum entsprechenden OCA eMag Artikel) berichtet haben. Die treibende Kraft dahinter war Gewichtsreduktion. Und dies führte dann zu „Luftzelten“.

Gentle Tent Pick-Up
Gentle Tent Pick-Up

Innovativer Vorzeltboden – Genial einfach mit knoff-hoff

Eher zufällig trafen wir zwischen Halle 1 und 2 auf einen innovativen Schreinermeister, Herrn Markus Annaheim aus Burgdorf. Er präsentierte an seinem Stand einen Aluminium-Holz-Vorzeltboden, der schnell und einfach in 2-3 Stunden aufgebaut werden kann. Dieser kann mittels Stellschrauben in der Höhe sauber ausgerichtet werden, damit die Wasserwage auch ihre wahre Freue erhält. Die Konstruktion ist modular konzipiert und daher hochgradig aufbau-, wiederverwend- und lagerbar. Da hat sich wohl Markus Annaheim als Konstrukteur einige gute und praktische Dinge überlegt. Eine patente Lösung. Hat uns zumindest sehr überzeugt. Für den Winter können zudem noch zusätzliche Isomatten sockelseitig montiert werden, damit es dann im Vorzelt unter Heizkörpereinsatz warm bleibt. Dies hätte ich mir vor ca. 40 Jahren auch gewünscht. Da der Campingplatz kein Ganzjahresplatz war, mussten wir jeweils im Frühjar das Vorzelt inkl. Boden aufbauen und im Herbst wieder abbauen. Damals hatten wir für unseren Wohnwagen-Vorzeltboden am Greifensee bereits eine modulare und wiederverwendbare Lösung (ohne Einsatz von Nägeln, sondern verschraubt) im Einsatz. Der Transport sowie die Einlagerung der doch noch langen Längs- und Querbalken gestaltete sich aber dennoch teils schwierig.

Modularer, patenter Vorzeltboden
Modularer, patenter Vorzeltboden

Wohnwagen und Wohnmobile – soweit das Auge reicht

Wie nicht anders zu erwarten, wurden dieses Jahr wiederum etliche Camper, Caravans und Wohnmobile dem erwartungsvollen Publikum präsentiert. Selbstverständlich haben wir uns auch einige Objekte unter die Lupe genommen und uns vom jeweiligen Aussteller vorstellen lassen.

Als erstes beispielsweise den Yellowcamper, der durch seine gelben modularen Soulboxx-Küchenmodule sowie ein Solarpanel auf dem Fahrzeugdach für’s LED-Licht oder die Kühlbox auffiel.

Beim Stand von Carthago durften wir, nachdem uns eine Dame vom Verkauf avisiert wurde, zwei Modelle näher begutachten. Zum einen den Carthago chic e-line I 61 XL LE zum an der Messe angegebenen Grundpreis von CHF 143´350 mit Eigenschaften wie grosser Kleiderschrnak, ein XL Badezimmer mit Fussbodenheizung, einer separaten Toilette mit Handtuchwärmer, grossem Kühlschrank mit separatem Kühlfach, Backofen oder serienmässigem Hubbett vorne. Speziell wurde auch auf das grosse Staufach gleich im Boden des Eingangsbereichs hingewiesen, das als eine Art Getränke- oder Vorrats-Keller genutzt werden kann.

Zum anderen wurde uns in analoger Basispreisklasse der Carthago liner-for-two I 53 präsentiert, bei dem sich durch entsprechende Verstellung in der Heckgarage im hinteren Womo-Bereich eine Rundsitz-Polstergruppe mit Stehhöhe realisieren lässt. Schlafen tut man aber vorne im Hubbet, das elektrisch runtergefahren werden kann. Das Modell verfügt zudem auch über eine schöne Regendusche. Lieferbar ist es mit Fiat oder Iweko Chassis. Die Lieferzeit beträgt gemäss Ausstellerin je nach Grundriss und Spezialwünschen 1-6 Monate.

Apropos zugrundeliegendes Fahrzeug Chassis. Im Gespräch mit einem Womo-Aussteller durften wir erfahren, dass Fiat (bspw. beim Ducato) offenbar sehr kulant bei Motorproblemen sei und diese Marke bis 350´00 km unproblematisch durchhält. Interessant wären nun hierzu weitere Voten aus unserer Leserschaft. Ist das wirklich so? Was sind Eure Erfahrungen? [Kommentare am Schluss sind willkommen]
Und klar waren wiederum die Luxusliner im oberen Preisband, bspw. diejenigen von Concorde oder Starliner, typischerweise im Mitteleren bis höheren 6-stelligen Preisbereich, zu bestaunen. Allerdings sollte man wissen, dass der Zugang resp. das Betreten von diesen schon eher begleitet erfolgt.

Bei den zahlreichen Wohnwagen haben wir, schon aus sentimentalen oder nostalgischen Gründen, den Tabbert Davinci 700 KD Finest Edition näher angeschaut und betreten. Er ist sehr grosszügig und luxuriös ausgestattet und bietet viel Platz für Familie mit Kindern. So verfügen die Kinder über Ihr separates Kinderzimmer mit Kajütenbett…schon cool Hätte ich mir früher in meiner Jugend auch gewünscht. Das Bad ist mit WC und Dusche ausgestattet. Ein grosser Kühlschrank mit ebenfalls relativ grossem Kühlfach sichert das Überleben.

Zum Schluss möchte ich noch die Aufstelldächer für Wohnwagen wie auch Wohnmobile erwähnen, die uns noch speziell ins Auge gestochen sind. Kinder haben damit sicher ihren Spass, im Separé über dem Dach eine Spezialkoje für sich zu haben…scho lässig, oder.

Fahrspass, Off-Road, Exquisites und Kulinarisches im Aussengelände

Nebst den zahlreichen Verpflegungs-Ständen, die den Besuchenden wieder mit Energie volltanken, um seinen Besuchsparcours durchhalten zu können, sowie zum Verweilen und Reflektieren über das Gesehne und Erlebte anhielten, waren wie jedes Jahr auch zahlreiche Off-Road Fahrzeuge, Mobilheime, Chalet und weitere Camping-Utensilien auf dem Aussengelände zu sehen. Alte Bekannte wie Concorde Luxusliner, der HelveticOne (-> link auf entsprechenden eMag Artikel) mit Garage für einen Kleinwagen oder ein Naturwagen von FunAct konnten handfest exploriert werden. Dabei fiel uns der TinyVeRo Swiss, ein Kleinidyll auf Rädern, speziell auf. In Form eines Minichalets auf Rädern enthielt dieser soweit alle Annehmlichkeiten, um sich irgendwo stationär zuhause zu fühlen.

Im Sinne von “camping.ch gibt alles und testet die Welt“ haben wir uns für euch natürlich auch in die Wildnis hinaus gewagt. In zwei Runden, einmal selbstgelenkt und einmal als Beifahrer, haben wir den Off-road Parcours durchfahren und dabei herausfordernde Hindernisse bewältigt. War eine interessante Erfahrung und toll, dies mal ausprobiert haben zu können.

Bei wunderbarem Herbstwetter am Donnerstag liessen wir uns die Option nicht entgehen, auch mal mit einem grösseren Wohnmobil hantiert zu haben. Unter professioneller Anleitung von Markus Rhyner von der Anti Schleuder Schule Regensdorf (ASSR) befuhr ich den ausgesteckten Parcours und tätigte, ohne einen Kegel umgefahren zu haben, diverse Fahr- und Parkmanöver. Als Fazit kann ich allen nur raten, einen Fahrkurs beim ASSR oder anderswo zu besuchen, bevor man sich auf Fahrt mit einem Wohnmobil oder Wohnwagen begibt. Das Fahren und Fahrgefühl ist schon noch eine andere Nuance als mit einem Personenwagen. Dies empfehlen auch Wohnmobil- oder Wohnwagenaussteller, mit denen wir am Salon im Gespräch waren.

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