Unsere Campingtour vom Jura bis in die Zentralschweiz (Teil 1)

In diesem ersten Teil unserer Campingtour vom Jura bis hin zur Zentralschweiz berichten wir über unsere Erlebnisse und die besuchten Campingplätze.
Campingtour

Frisch gesattelt und bepackt, nochmals zur Kontrolle in der lokalen Recyklingstelle das Gewicht unseres Fahrzeugs inklusive Insassen und Hund auf Zulässigkeit geprüft, fuhren wir also an einem Freitag Nachmittag aus dem Raum Zürich los Richtung Wild West der Schweiz. Damit lancierten wir unsere Campingtour, die uns zum Jura, Freiburger- und Greyerzerland, über den Jaunpass ins Berneroberland und schliesslich via Brünigpass in die Zentralschweiz führte. Nach rund zwei Stunden Fahrzeit inklusive Pinkelpause für den Hund kamen wir dann auf dem Camping Schiffenen in Düdingen an. Dank Vorreservation konnten wir speditiv einchecken und unseren Stellplatz auf dem Bereich für Passanten beziehen.

Camping Schiffenen und das Freiburgerland

Als erstes begaben wir uns auf Platzvisite. Ja, es hat da also schon etliche Chalets von Dauermietern auf dem Platz. Unterhalb des Platzes liegt der Schiffenensee, ein Stausee, der sich von Fribourg bis hierhin nach Düdingen zur Staumauer hochzieht. Im unteren Bereich des Platzes befinden sich diverse Freizeitanlagen wie Badestrand, Spielplatz, Tennisplatz und die Minigolfanlage. Oberhalb des Platzes steht der Golfpark Schiffenen für Golfer zur Verfügung. Gleich neben den Freizeitanlagen dinnierten wir im Restaurant Seepark und schlossen so unseren ersten Tag zufrieden ab.

Am Samstag Morgen sind wir etwas gerädert erwacht, da wir aufgrund der Wärme und den externen Effekten aus der nahen Hauptstrasse nicht wirklich toll geschlafen haben. Item, frisch geduscht (Duschen kostet da CHF 1) und im Platzlädeli frische Gipfeli besorgt, genossen wir unser erstes Frühstück auf der Tour.

Eintauchen in den Jura

Für den Samstag haben wir geplant, zuerst Murten und danach den Aussichtspunkt in Chaumont zu besuchen. Da wir etwas spät dran waren, haben wir beschlossen, Murten im Rahmen einer anderen Tour dann mal zu besuchen und steuerten gleich auf die Talstation der Standseilbahn La Coudre zu. Leider war die Bahn an Wochenenden mit einer deutlich niedrigeren Kadenz unterwegs. Da wir nicht 45 Minuten in der Hitze auf die Abfahrt warten wollten, beschlossen wir, zum nächsten Etappenziel zu fahren, den Creux-du-Van. Für die kommende Reise gilt es also, noch detaillierter zu planen und auch Fahrzeittabellen zu studieren.

Talstation der Zahnradbahn hoch nach Chaumont

Creux-du-Van

Auf der Autobahn von Neuchatel Richtung Yverdon nahmen wir gemäss Navi-Anweisung die Ausfahrt Nr. 5 Saint-Aubin und fuhren hoch zum Restaurant Le Soliat am Creux-du-Van (siehe auch unseren Artikel dazu). Die Aussicht über den Neuenburgersee war auch hier überwältigend, was uns zumindest einen Teil der geplanten und leider nicht realisierten Exkursion hoch nach Chaumont zum hiesigen Aussichtsturm kompensierte. Die Strasse war zum Teil eng, wies aber stets Ausweichstellen auf, damit sich entgegenkommend kreuzende Fahrzeuge passieren konnten. Auch hier (wie bei zuvor befahreren Schweizer Passstrassen) stellten wir fest, dass doch einige Fahrrad- und Töfffahrer unterwegs waren.

Endlich am Restaurant respektive auf dessen grosszügig angelegtem Parkplatz angekommen, wo sich bereits auch einige Wohnmobile befanden, tigerten wir zu Fuss hoch zum Creux. Eine fantastische Aussicht auf den Jura und die sagenumworbene gebogene Felswand erwartete uns… sowie zahlreiche weitere Touris.

Zur Stärkung genehmigten wir uns ein kleines, einfaches Mittagessen im Restaurant Le Soliat. Auch für Gina, unsere Lagotto Hündin, wurde gesorgt: sie erhielt vom Personal eine Schale mit Wasser gereicht.

Via Val-de-Travers und La Brévine nach Les Brenets

Die Fahrt runter vom Creux-du-Van führte uns an Weiden, Waldabschnitten und weidenden Kühen vorbei: Idyllische Natur pur. So stiessen wir hinunter ins Val-de-Travers nach Môtiers, wo wir das Maison de L’Absinthe besuchten. Jaja, der Absinth ist schon ein wundersames Getränk. Ein Besuch in der Ausstellung und ggf. eine Führung lohnt sich allemal.

Weiter ging die Fahrt dann nach La Brévine, der kältesten Ortschaft der Schweiz. Typischweise fällt das Thermometer hier im Winter oft gegen die −30 °C. Nicht umsonst nennen die Schweizer den Ort «das Sibirien der Schweiz». In den 1980er Jahren wurden sogar Temperaturen bis unter −40 °C gemessen. Item, an diesem Tag war es über +20 °C. Kurz vor Le Locle machten wir dann einen Linksschwenk Richtung Französische Grenze, passierten den Col des Roches und erreichten schliesslich den Camping Les Brenets (siehe auch unseren Artikel dazu), wo uns die Platz-Crew bereits erwartete.

Camping Les Brenets, an den Ufern des Doubs

Gleich unterhalb der Rezeption nach der Platzbarriere befindet sich eine Wiese für Touristenplätze, sprich für diejenigen, die bspw. nur gerade wie wir eine Nacht bleiben. Weitere Stellplätze befinden sich oberhalb der Rezeption vor dem Tennisplatz. Der Platz ist terrassenförmig angelegt. Ein Sanitärgebäude mit (gratis) Duschen, Toiletten und Abwaschmöglichkeiten befindet sich in Platzmitte. Weitere Toiletten gibt es im Hauptgebäude, wo sich Rezeption und das eigene Restaurant Bellevue befinden. Der Kinderspielplatz liegt gleich neben dem Restaurant. Zum Frühstück können an der Rezeption Croissants, Baguettes oder Brote am Vorabend bestellt und am Morgen ab 9 Uhr dann abgeholt werden. Toller Service, der auch auf anderen Campingplätzen angeboten wird.

Zum Dinner gingen wir ins nahe, unterhalb des Platzes gelegene Hafen-Restaurant «Les Rives du Doubs», wo wir mit dem Platzbesitzer sowie Teil der Platz-Crew einen sehr angenehmen Abend verbringen durften.

Rund um den Platz bieten sich diverse Ausflugsziele an: Wandern oder Fahrradtour entlang des Doubs, eine Schiffahrt zum Wasserfall «Saut-du-Doubs» oder schlichtes «hang loose» an den zahlreichen Naturstränden des Doubs.

Das Greyerzerland mit seinen Attraktionen und Köstlichkeiten

Sauber geduscht und dargetan, gefrühstückt und alles wieder ordentlich verstaut verliessen wir Les Brenets mit einem sehr zufriedenen Gefühl. Unsere Route führte uns nach Le Locle und La Chaude-de-Fonds, vorbei an Uhrenfabriken wie TAG Heuer oder Cartier. Ja, die Gegend ist bekannt für ihre Uhren- sowie Kleinmechanikmanufakturen: Solide Schweizer Handwerkskunst.

Erstes Etappenziel war das mittelalterliche Städtchen Gruyères. Das adrette Städtchen auf dem Burghügel hoch über dem davorliegenden Greyerzerland ist die Heimat des legendären Greyerzer Käses sowie des Doppelrahms, das mit einem Glacé Coupe oder Meringes super lecker schmeckt. Durch die Marktgasse schlendernd, vorbei an den zahlreichen Gaststädten und Souvenierläden ging es hoch zum Schloss. Den Eintritt von CHF 12 bezahlt und dann raus auf die Schlossterrasse, wo ich die wunderbare Sicht auf die umliegende Landschaft genossen habe. Retour im Städtchen sahen wir viele Gäste, die sich ein Käse-Fondue, nota bene im Hochsommer, genehmigt haben. Auch wir kehrten kurz ein zu einem kleinen, salatreichen Lunch. Für ein Fondue war es bei den herrschenden 33 Grad definitiv zu heiss.

Noch schnell zwei Schachteln Meringue beim Rauslaufen aus dem Städtchen besorgt, begaben wir uns nach Broc, wo sich die Caillier Schokoladenfabrik sowie das dazugehörige Museum befanden. Via Online Anmeldung kann dort eine ca. einstündige Tour gebucht werden, an der einem die Geschichte der Schokolade näher gebracht wird. Selbstverständlich sind darin auch entsprechende Degustationen inkludiert. Aufgrund bereits fortgeschrittener Zeit haben wir es nicht besucht und machten uns deshalb lieber auf den Weg hoch zum Jaunpass.

Caillier Schokoladenfabrik in Broc

Erlebtes vor und am Camping Jaunpass

Die Strasse hoch nach Jaun war gut zu fahren. In Jaun machten wir einen Zwischenhalt und bestaunten den hiesigen Wasserfall. Das enge kurvenreiche Strässchen, das von der Hauptstrasse runter zum Wasserfall führte, wieder hochgefahren, peilten wir nun den Jaunpass selber an. Dort schwenkten wir hoch zum Camping Jaunpass, wo wir unser Nachtquartier respektive Stellplatz bezogen.

Die örtliche Platzinfrastruktur und Gegebenheiten wurden uns durch den Platzwart, der uns in Empfang nahm, kurz erläutert. Als Bergpreis haben wir uns eine Stange Bier spendiert. Mann, tat das gut! Zum Nachtessen bestellten wir uns auch gleich zwei Pizzen und eine Flasche Wein. Damit haben wir auch diesen dritten Tourtag sehr zufrieden zum Abschluss gebracht.

Das war die Ruhe vor dem Sturm, denn in der Nacht rollten ab 1 Uhr drei heftige Gewitterwellen über den Jaunpass hinweg, welche wir beinahe stehend wach im Wohnmobil verbracht hatten. Ohrenbetäubender Lärm prasselte auf uns nieder. Zum Glück aber kein Hagel. An Schlaf war dann erst so ab ca. 3 Uhr morgens zu denken.

Und hier geht es als Fortsetzung gleich zum Teil 2 unseres Artikels über unsere Campingtour.

Weiterführende Informationen und Links

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