Ein Wochenende auf dem Camping „uf der Holle“ in Solothurn

Der Camping «uf der Holle» in Hochwald SO im Schwarzbubenland ist ganzjährig geöffnet und lädt mit einer einfachen, zweckmässigen Infrastruktur dazu ein, seine Seele etwas baumeln zu lassen.

Wieso verbinden wir Frühling automatisch mit einer Reise in den Tessin? Wieso darf es nicht einmal das Schwarzbubenland sein? Das Schwarzbubenland bildet den nördlichen Ausläufer des Kantons Solothurn und grenzt auf drei Seiten an den Kanton Basel Landschaft. Der ausgewählte Camping „Uf der Holle“ liegt auf dem Gempenplateau in rund 700 Meter Höhe. Er bietet einen atemberaubenden Fernblick nach Basel, ins benachbarte Frankreich und in Richtung Laufental. Der Campingplatz ist verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. In nur wenigen Minuten erreiche ich mit dem Auto Dornach oder Liestal und in einer knappen halben Stunde befinde ich mich schon mitten in Basel. Ich für meinen Teil geniesse die Ruhe hier oben und die zahlreichen Möglichkeiten, die Schönheiten der Natur zu geniessen.

Ruhe pur

Wer es ruhig mag, ist bei „Uf der Holle“ am richtigen Ort. Kein Durchgangsverkehr stört die Nachtruhe. Die Zubringerstrasse endet gleich vor dem Campingplatz. Am Tag herrscht „Uf der Holle“ emsiges Treiben. Die Region erfreut sich bei Tagesausflüglern sehr grosser Beliebtheit. Kein Wunder: Unzählige einfache Grillplätze am Waldrand laden zu gemütlichem Verweilen ein. Zudem können auf der Herrenmatt, einem nahe gelegenen Restaurant mit Reiterhof, kleine Ponies für einen Spazierritt mit den Kinder gebucht werden.

Zweckmässige Infrastruktur

Die meisten Stellplätze „Uf der Holle“ sind ganzjährig vermietet und auch ganzjährig bewohnt. Für Touristen ist ein kleiner, feiner Teil des Platzes reserviert. Dieser grenzt unmittelbar an den Spielplatz, die grosse Fussball-Wiese mit Boccia-Feld und die grosszügig eingerichtete Feuerstelle. Grillieren unter Sternenhimmel, das wäre so ein Tipp in der wärmeren Jahreszeit. Holz gibt es mehr als genug.

Die sanitären Anlagen machen auf mich einen modernen und sauberen Eindruck. Achtung: Der Zutritt ist in jeden Bereich des Sanitärgebäudes NUR mit Schlüssel möglich. Dieser wird gegen ein Depot ausgehändigt. Duschen kann man für CHF 1.-. Als vor dem Duschengehen das Münz nicht vergessen. Einen kleinen Shop suche ich hier oben vergebens. Die nächste Einkaufsmöglichkeit befindet sich in Hochwald. Im Dorf gibt es auch verschiedene Restaurants inklusive Take-Away-Angebote. Zu Fuss erreiche ich das Dorf in rund 15 Minuten.

Eine Réception gibt es auf dem Platz nicht. Anmeldung am besten telefonisch beim Platzchef Rene Nebel (Mobile 079 591 44 01). Rene übt seine Aufgabe im Nebenamt aus. Daher kann es durchaus vorkommen, dass er nicht sofort ans Telefon geht. Der Rückruf funktioniert einwandfrei. Ebenfalls problemlos möglich ist die bargeldlose Zahlung des Aufenthaltes.

Der Mobilfunk-Empfang ist auf dem Platz recht eingeschränkt. Telefonieren ist geht überall (Empfangstärke „E“), doch Daten werden seeehr langsam übermittelt. Alternativ steht ein gratis WLAN zur Verfügung. Wie so oft sind diese WLAN in meinen Augen allerdings recht bescheiden in der Leistung. Nicht aufregen. Stattdessen lieber in der Gondel beim Sanitärgebäude ein ansprechendes Buch schnappen und der Phantasie freien Lauf lassen. DAS nenne ich Entspannung pur!

Tipp Nr. 1: Der Hobler-Rundwanderweg

Der Hobler-Rundwanderweg führt in einem grosszügigen Kreis vorbei am Campingplatz, zum Nättenberg, über die Bürenflue zum Spitzenflüeli und über den Chälen, Gempen zurück zum Ausgangsort. Die Rundwanderung ist durchgehend sehr gut gekennzeichnet. Ich habe den Rundwanderweg etwas ausgeweitet und bin zusätzlich über die Schartenflue und am Gempenturm vorbei gewandert (+ 1 Stunde). In normalen Zeiten könnte ich beim Gempenturm einkehren. Für die ganze Hobler-Rundwanderung benötige ich rund 3 1/2 Stunden. Ein- oder Ausstieg ist überall möglich. Ganz, wie es einem gefällt.

Tipp Nr. 2: Eine Burgenwanderung

Das Gempenplateau ist umgeben von zahlreichen Burgen und Ruinen. Empfehlenswert ist ein Ausflug zu Fuss zur Ruine Hilsenstein. Wobei die Erwartungen an eine Ruine etwas gedämpft werden müssen. Von der kleinen Burgruine im Eichenberg ist eigentlich nur noch der Mauerrest eines turmartigen Gebäudes und ein bearbeiteter Felszahn sichtbar. Umso spannender ist es, zur Ruine hochzuklettern. Auf der Rückseite des Felsens hängt ein Seil, das den Auf- und Abstieg erleichtert. Für grosse und kleine Abenteurer ein Muss. Oben angekommen entschädigt ein freier Blick aus dem Wald nach Basel und auf den Roche-Turm für die auf sich genommenen „Strapazen“. Weiter ist eine kleine Feuerstelle eingerichtet, um auf dem bescheidenen Platz ausgiebig Pause zu machen. Holz ist allerdings unbedingt schon im Rucksack mitzunehmen.

Deutlich besser erhalten ist die Ruine Dorneck. Auch diese Ruine ist zu Fuss vom Campingplatz aus gut erreichbar. Sie liegt zwischen Dornach und der Schartenflue. Vermutlich wurde die Burg im 13. Jahrhundert erbaut und zerfiel im Basler Erdbeben vom 18.10.1356. Als Basler Erdbeben bezeichnet man eine Serie von gewaltigen Erdstössen, die am erwähnten Datum wüteten. Man schätzt, dass die Beben die Stufe 10 erreicht hatten. Die Burg wurde im Anschluss daran wieder aufgebaut und genutzt, bis sie 1499 bei einer Belagerung erneut stark beschädigt wurde. Auf einem Rundgang durch die Ruine erhält man Einblick in eine sehr bewegte Zeit. Nicht mittelterliche Ritterromantik verzauberte die früheren Generationen die hier lebten sondern der tägliche Kampf ums Überleben. Tragen wir also Sorge zu unserer friedlichen Zeit, in der wir leben dürfen.

Nach einer ausgiebigen Einkehr im Restaurant Schlosshof Dornach führt uns der Weg über den Schartenhof und unterhalb der Schartenflue wieder zurück auf den Campingplatz. 3 1/2 Stunden Gehzeit zuzüglich Pausen sind für diese Rundtour einzurechnen.

Tipp Nr. 3: Das Museum für Musikautomaten

Ein Museum für Musikautomaten? Ja, das gibt es in Seewen SO. Der Ort ist mit dem Fahrrad in einer knappen halben Stunde oder mit dem Auto in 10 Minuten zu erreichen. Das klingende Museum beherbergt eine der weltweit grössten Sammlungen von Schweizer Musikdosen und eine vielfältige Auswahl an Musikautomaten aus den vergangenen Jahrhunderten. In Zeiten von Streaming-Diensten ist der Besuch dieses Museums echt ein Besuch wert. Es ist noch gar nicht allzu lange her, da waren wir stolz auf unsere Musikdosen und erfreuten uns daran, die Lieblings-Schallplatte immer und immer wieder auf dem Grammophon zu hören.

Mein Fazit

Mein Fazit nach zwei Nächten Schwarzbubenland? Diese Region muss man unbedingt ein zweites Mal besuchen!

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